BAD HÖNNINGEN. -nsc- „Es ist ein Quantensprung für die Innenstadtentwicklung“, verkündet Michael Mahlert, Bürgermeister der Verbandsgemeinde (VG) Bad Hönningen. Die „Stadt auf der Sonnenseite des Rheins“ hat das ehemalige Hotel Rüssel gekauft. Damit bringen die Verantwortlichen Bewegung in die Innenstadt. Denn der als Schandfleck verschriene Bereich an der Schmiedgasse soll schnellstmöglich weichen.

 

Für 220 000 € wechselte das ehemalige Hotel Rüssel den Besitzer: Die Stadt Bad Hönningen kaufte dem Eigentümerehepaar Brigitte und Egon Schmitz Anfang Mai das 900 Quadratmeter große Areal ab. Dabei muss die Stadt die Kaufsumme nicht alleine tragen. Das Land deckt 75 % der Kosten durch das Städtebauförderprogramm West – ohne diese Förderung wäre der Kauf nicht möglich gewesen. „Mit dem Erwerb des Hotels Rüssel und somit der Baubrache inmitten der Stadt, werden wir die Zukunft für Bad Hönningen neu schreiben“, betont Detlef Odenkirchen, der Abteilungs- und Projektleiter der Strukturentwicklung und des Stadtumbaus.

Verkauf Hotel Rüssel

Alles unter Dach und Fach: Detlef Odenkirchen (v. links), Verbandsgemeindebürgermeister Michael Mahlert, Brigitte und Egon Schmitz, Reiner W. Schmitz und Stadtbürgermeister Guido Job freuen sich nach konstruktiven Gespräche und Verhandlungen über den Verkaufsabschluss des ehemaligen Hotels Rüssel.

Geplant ist, das Gebäude in der Fußgängerzone so schnell es geht abzureißen. Damit kommen zu dem Kaufbetrag nochmals 150 000 € für die Abrisskosten hinzu. Doch ganz so schnell wie es die Beteiligten am liebsten hätten, wird das nicht funktionieren: Ein Abriss könnte frühstens im Winter erfolgen. „Wir müssen uns eben an die Spielregeln halten“, erklärt Bad Hönningens Bürgermeister Guido Job. „Wir könnten auch früher abreißen, aber dann wären die Förderungen weg“, verdeutlicht er weiter. Denn die Umgestaltung des Areals soll als Maßnahme des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (Isek) erfolgen. „Am 28. Juni wird der Stadtrat in seiner Sitzung die Inhalte des Isek beraten und in der Septembersitzung sodann beschließen. Danach kann erst der Förderantrag für den vorzeitigen Maßnahmenbeginn bei der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) gestellt werden“, erläutert Odenkirchen den weiteren Verlauf.

Auch die Nachnutzung des Geländes muss im Stadtrat zunächst beschlossen werden. Wenn die Stadt die Fördergelder in erhoffter Höhe erhalten will, muss die Fläche überwiegend einen öffentlichen Zweck erfüllen. „Wir wollen jetzt erst einmal Luft und Sonne in die Stadt lassen“, merkt Reiner W. Schmitz, Erster Beigeordneter der VG, an. Dazu soll zunächst eine Grünfläche entstehen. Eine neue Bebauung des Rüssel-Areals ist vorerst nicht geplant „Wenn erst einmal Luft in der Stadt ist, können wir immer noch in Ruhe überlegen, was mit dem Gelände passieren soll“, deutet der Stadtbürgermeister Job an.

Vom Wochenend-
Tourismus zur Wohnstadt

Hotel Rüssel

Das als Schandfleck verschriene ehemalige Hotel Rüssel in der Innenstadt von Bad Hönningen soll schnellstmöglich abgerissen werden.

Einst strömten sie in Massen nach Bad Hönningen, die Wochenendtouristen. Mehr als 50 Jahre ging das Tourismuskonzept für Bad Hönningen gut. Um dem hohen Ansturm gerecht zu werden, vergrößerte sich das Hotel Rüssel enorm. Insgesamt rund 4000 Quadratmeter umfasst der Gebäudekomplex. Doch seit 2005 wurde es zunehmen schwieriger für die Betreiber. Der Wochenendtourismus, der früher an guten Wochenenden die Einwohnerzahl der Stadt fast verdreifachte, hatte seinen Zenit überschritten. Doch aus seinem Niedergang entstand ein neues Konzept für Bad Hönningen: Die „Stadt auf der Sonneseite des Rheins“ soll eine ruhige Wohnstadt werden.
Da die Gesamtimmobilie für einen einzelnen privaten Investor zu teuer gewesen wäre, wurde der Komplex in mehrere kleinere Immobilien aufgeteilt, einzeln verkauft und zum Teil schon neu bebaut. Nach dem jetzigen Verkauf fehlen nur noch zwei weitere Schmitz-Immobilien, für die eine Lösung gefunden werden soll.

Dass der aktuelle Kauf zukunftsweisend ist, sind sich alle Beteiligten sicher. „Diese Maßnahme wird der heimischen Wirtschaft, dem Einzelhandel, der Gastronomie, aber auch den Bürgern sehr zugute kommen und die Innenstadt enorm aufwerten“, so Odenkirchen. Auch Mahlert zeigt sich optimistisch: „Für Bad Hönningen ist das jetzt ein sichtbares Zeichen, das die Entwicklung in der Stadt deutlich macht. Es wird ein wenig Aufbruchstimmung für alle Menschen in unserer Stadt und der Verbandsgemeinde geben.“

 

Fotos: Schöneberg