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Sehr großes Interesse am neuen Hospiz „St. Anna“

  • Erstellt von Mirko Bader
  • 10. September 2014 12:00:00 CEST
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Von Dieter Fluck HADAMAR/LIMBURG. Es ist noch nicht eröffnet und dennoch hat das in Hadamar neu entstehende Hospiz bei einem „Tag der offenen Tür“ eine nicht erwartete Resonanz in der Bevölkerung gefunden. Die erste Einrichtung für Sterbebegleitung im Kreis Limburg-Weilburg entsteht im ersten Stockwerk des Gesundheitszentrums „St. Anna“. Sie wird nach Angaben von Lothar Lorenz, Geschäftsführer der gemeinnützigen Hospizium GmbH Wiesbaden, spätestens zum 1. November eröffnet.

Derzeit werden Umbauarbeiten auf der einstigen Neugeborenenstation des St. Anna-Krankenhauses ausgeführt, die zuletzt an die Arbeiterwohlfahrt (AWO) Hessen-Süd für Kurzzeitpflege vermietet war. Die Krankenhausgesellschaft St. Vincenz mbH ist Eigentümerin des Gebäudes. Deren Geschäftsführer Guido Wernert sagte bei der Begrüßung der Besucher: „Mit dem Hospiz wird im siebten Jahr nach der Schließung des Krankenhauses eine Lücke im Haus und in der Region mit einem Angebot geschlossen, das es im weiten Umfeld kein zweites Mal gibt. Angehörige und Patienten haben direkte Ansprechpartner und bekommen Antwort auf ihre Fragen.“

Fragen und Antworten bestimmten bereits den Tag der offenen Tür. Dort waren Vereine und Institutionen mit Ausstellungen und weit gefächerten Informationen zum Thema Palliativmedizin, häusliche Betreuung und Hospiz vertreten, beginnend beim Caritas Hospiz- und Palliativdienst Hadamar, über das Palliativnetzwerk und das St. Vincenz-Krankenhaus mit seiner Palliativstation bis hin zu den Hospizvereinen Diez und Limburg, der Initiative Familienfreundliches Hadamar sowie katholischen und evangelischen Seelsorgern.

Hadamars Bürgermeister Michael Ruoff begründet die große Resonanz mit Erfahrungen, die zahlreiche Familien mit sterbenskranken Angehörigen gemacht haben. Pflegeheime seien nicht für eine Schmerztherapie und das Sterben ausgestattet und wer im Krankenhaus austherapiert sei, könne dort nicht weiterbehandelt werden. Für zahlreiche hiesige Menschen sei das Hospiz in Wiesbaden-Bleidenstadt zur letzten Station geworden. Mit dem Hospiz werde zum Ende des Lebens eine Versorgungslücke in der Region geschlossen.

Ruoff sprach von einer großen Chance, dass Angehörige ihre Lieben in unmittelbarer Nähe  betreuen und versorgen können. Mit der hauseigenen Kapelle biete sich eine hervorragende Möglichkeit der Besinnung. Ein großes Parkplatzangebot sei nicht vergessen. „Es muss nicht alles auf Limburg konzentriert sein“, meinte Ruoff, der sich für eine Dekonzentration ausspricht, eine solche Einrichtung aus dem Stationsalltag der Krankenhäuser herauszulösen.  

Knapp ein Jahr lang hatte ein aus 30 Personen bestehender Arbeitskreis aus Vertretern der Hospizdiensten, Kirchen, der Sozialdiensten, Selbsthilfegruppen, regionalen Kliniken und Medizinern über die wichtigen Angebote beraten und diese Form der Umsetzung empfohlen, Der gemeinnützigen Hospizium GmbH stehen in Hadamar 1.000 Quadratmeter zur Verfügung. Es werden zwölf Einzelzimmer mit den entsprechenden Bedarfsräumen wie Nasszellen, einem Aufenthaltsraum, zwei Gästezimmer für Angehörige und ein Raum der Stille vorgesehen. Rund 20 Pflegekräfte sollen sich in drei Arbeitsschichten um Patienten und deren Angehörige kümmern.

Auf  weiteren 400 Quadratmetern sollen in einem benachbarten Bereich Wohngruppen für Menschen mit Behinderungen geschaffen werden, für so genannte „Inklusion durch Förderung und Betreuung“ (IFB).    

Geschäftsführer Lothar Lorenz sagte: „Wir brauchen Freunde, ohne die wir nicht existieren können. Wir benötigen Spenden und ideelle Unterstützung. Es gelte, 400.000 Euro vorzufinanzieren, von denen die Krankenkassen nur einen kleinen Teil übernehmen. Ehrenamtliche sollten für die Betreuung, nicht aber für die Ausübung der Pflege kommen. Er sei überrascht gewesen, dass sich binnen einer Woche nach Bekanntwerden des geplanten Hospizes acht Pflegekräfte für die Mitarbeit interessiert hätten.

Eine Aufgabe sehe er für das Hospiz darin, den Krankenhauscharakter aufzulösen, getreu dem Grundsatz der Hospiz- und Palliativarbeit, den Menschen in ihrer letzten Lebensphase mehr Lebensqualität zu geben und ihnen ein möglichst würdevolles Lebensende zu ermöglichen.   

Foto: Im ehemaligen St. Anna-Krankenhaus in Hadamar, das nach seiner Schließung 2007 zu einem Gesundheitszentrum umgenutzt wurde, entsteht das erste Hospiz in der hiesigen Region. Foto: Fluck

Über das Hospizium

Die gemeinnützige Hospizium GmbH betreibt bereits drei Hospize, darunter das bekannte Kinderhospiz „Bärenherz“ in Wiesbaden, und verfügt auch als Träger ambulanter Hospizdienste und Palliativ-Akademien sowie der Hospizinitiative ehrenamtlicher Hospizhelfer in Wiesbaden über reichhaltige Erfahrung. Lothar Lorenz ist zudem Vorsitzender des Hospiz- und Palliativverbandes Hessen e.V. . Kontakt: Lothar Lorenz, Telefon (0611) 9762032, Mobil (0162) 2904999, E-Mail: lothar.lorenz@hospizium-gmbh.de oder im Internet: www.hospizium.dewww.facebook.com/hospizium

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